Herzerkrankungen kommen auch bei unseren Vierbeinern relativ häufig vor. Fast jeder zehnte Hund ist betroffen. Von einer Herzinsuffizienz oder Herzschwäche spricht man, wenn das Herz nicht mehr genügend Blut in den Kreislauf pumpen kann, so dass der Organismus nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird.
Das Blut wird in der Lunge mit Sauerstoff angereichert und fließt von dort in die linke Herzhälfte, wobei es zuerst in die Vorkammer und dann in die Herzkammer gelangt. Das Herz pumpt nun durch Zusammenziehen des Herzmuskels mit jedem Herzschlag das Blut über das Gefäßsystem in die Muskeln, das Gehirn und alle Organe des Körpers. Verbrauchtes, sauerstoffarmes Blut gelangt aus dem Körper in die rechte Herzhälfte, von wo es wieder zur Sauerstoffanreicherung in die Lunge gepumpt wird. Die Herzklappen verbinden Vorhöfe und Kammern miteinander und dienen in diesem Kreislauf als Ventile, die dafür sorgen, dass das Blut nur in eine Richtung und nicht zurück fließt.
Man unterscheidet beim Hund angeborene von erworbenen und akute von chronischen Herzerkrankungen. Zu den angeborenen Erkrankungen gehören Missbildungen, die eine natürliche Funktion des Herzens verhindern. Eine erworbene Herzinsuffizienz entsteht in den meisten Fällen in Folge von Erkrankungen der Herzklappen oder des Herzmuskels. Aber auch Herzbeutelergüsse oder Tumore können zu einer Herzschwäche führen.
Die chronische Herzklappenerkrankung gehört zu den häufigsten Herzproblemen des Hundes und betrifft vor allem kleine und mittelgroße Hunderassen ab einem Alter von fünf Jahren. Durch Verschleiß kommt es zu Strukturveränderungen an den Herzklappen. Dies hat zur Folge, dass die Herzklappen nicht mehr richtig schließen und den natürlichen Blutfluss nicht mehr korrekt aufrechterhalten können. Die am häufigsten betroffen Herzklappe ist die Mitralklappe, die den linken Vorhof mit der linken Herzkammer verbindet. Ist sie erkrankt, kommt es zu einem Blutrückfluss in die Lunge und es entsteht ein Lungenödem (=Wassereinlagerung in der Lunge). Bei den selteneren Erkrankungen der Trikuspidalklappe, die zwischen rechtem Vorhof und rechter Herzkammer liegt, staut sich das Blut zurück in den Körper und die Organe. Die Klappenerkrankung und der Rückstau des Blutes ziehen weitere Schäden am Herzen nach sich. So kommt es beispielsweise zu einer krankhaften Vergrößerung des Herzens und zur Herzmuskelschwäche. Herzrhythmusstörungen und Sauerstoffmangel sind die Folge.
Im Fall einer Herzmuskelerkrankung kommt es durch die schwächere und dünner werdende Muskulatur zu einer Erweiterung des Herzens, der sogenannten Herzdilatation, das Herz „leiert aus“. Dadurch kann das Herz nicht mehr ausreichend Blut in den Körper- und Lungenkreislauf pumpen. Jüngere bis mittelalte Hunde großer Rassen wie Dobermann, Dogge oder Irischer Wolfshund sind besonders häufig von dieser relativ schnell verlaufenden Herzmuskelerkrankung betroffen.
In den meisten Fällen entwickelt sich eine Herzinsuffizienz schleichend und wird daher nicht immer sofort erkannt. Betroffene Hunde werden zunehmend schlapper und sind nicht mehr so belastbar. Schon nach kurzen Spaziergängen oder geringen Anstrengungen, wie beispielsweise der Freude über den/die Besitzer:in, können Atemnot, starkes Hecheln, Unruhe und trockener Husten auftreten. Im weiteren Verlauf kann es zu Abmagerung und Wassereinlagerungen an Körper und Gliedmaßen kommen.
Schreitet die Erkrankung weiter fort, treten diese Symptome bereits in Ruhe auf. Bei einer Minderdurchblutung des Gehirns kann es in schweren Fällen auch zu Bewusstseinsstörungen und Krämpfen bis hin zu Ohnmacht oder Kollaps kommen.
Solltest du ein oder mehrere der oben genannten Symptome bei deinem Hund feststellen, lass ihn bitte umgehend von deinem/deiner Tierärzt:in untersuchen. Diese/r befragt dich detailliert zur Vorgeschichte deines Hundes. Im Rahmen einer klinischen Untersuchung erhält er/sie wichtige Hinweise auf eine mögliche Herzerkrankung, wie zum Beispiel blasse Schleimhäute, gestaute Venen oder Ödeme (=Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe).
Das Abhören des Herzens und der Lunge liefert daraufhin die ersten konkreten Informationen über eine gestörte Herzfunktion. Weitere spezielle Untersuchungsmethoden, wie EKG (=Elektrokardiogramm), Ultraschall oder Röntgen (siehe entsprechende Artikel) dienen der Bestätigung und genauen Differenzierung der Diagnose.
Die Schäden an den Herzklappen und der Herzmuskulatur lassen sich nicht rückgängig machen. Um ein ungebremstes Fortschreiten der Erkrankung jedoch zu verhindern, ist oberstes Ziel der Behandlung, die Pumpleistung des Herzens zu verbessern und es in seiner Arbeit zu entlasten. Je früher hier eingegriffen wird, desto weniger Folgeschäden sind zu erwarten.
Eingesetzt werden moderne Medikamente, die die Herzmuskelkraft steigern und die Gefäße erweitern. So wird der Blutdruck gesenkt und das Herz muss mit gesteigerter Leistung gegen weniger Widerstand anarbeiten. Die Verabreichung zusätzlicher entwässernder Medikamente hilft, Flüssigkeitsansammlungen aufzulösen und den Kreislauf zu entlasten. Dein/e Tierärzt:in wird dir im Einzelfall einen genauen Therapieplan erstellen und kann dir die Medikationen für deinen Hund digital an petsXL übermitteln. So findest du alle anstehenden Medikamentengaben in deiner Timeline und kannst dir selbst dazu Erinnerungen einstellen.
Begleitend zur medikamentösen Therapie musst du auf eine ausgewogene, salzarme Ernährung deines herzkranken Hundes achten. Übergewicht ist unbedingt zu vermeiden, da jedes überflüssige Kilo das Herz zusätzlich belastet. Über den petsXL Gesundheitspass kannst du die Gewichtsdaten deines Hundes übersichtlich speichern und kontrollieren. Mindestens genauso wichtig ist die regelmäßige Bewegung, wobei Extrembelastungen vermieden werden sollten.
Je nach Schweregrad und Ausprägung der Herzinsuffizienz wird dein/e Tierärzt:in einen individuellen Behandlungsplan für deinen Hund zusammenstellen. Nur die konsequente Einhaltung dieses Therapieplans und die regelmäßige tägliche und lebenslange Medikamentengabe können das Fortschreiten der Erkrankung hinauszögern und die Lebensqualität deines Hundes damit erheblich verbessern.
Auch wenn die Erkrankung an sich nicht heilbar ist, lässt sich je nach Schweregrad der Herzinsuffizienz mit der entsprechenden Behandlung die Lebensqualität des Hundes deutlich verbessern und sein Leben verlängern. Ist die Erkrankung schon weit fortgeschritten und der Herzmuskel bereits stark geschädigt, ist die Prognose ungünstiger.
Das Auftreten von Herzerkrankungen lässt sich leider nicht komplett verhindern. Mit einer gesunden und ausgewogenen Ernährung, artgerechter Haltung, ausreichend Bewegung und regelmäßigen Kontrolluntersuchungen bei deinem/deiner Tierärzt:in kannst du jedoch dafür sorgen, dass eventuelle Veränderungen frühzeitig erkannt und behandelt werden können.
Träumt nicht jeder Reiter von einem unvergesslichen Ausritt auf seinem vierbeinigen Liebling? Ob über Stock und Stein, entlang der Küste oder einfach von Ort zu Ort. Das Gefühl, entspannt auf seinem Pferd zu sitzen und die Nase in den Wind zu halten, ist schon toll. Gemeinsam die Natur erkunden, vielleicht ein Kopf-an-Kopf-Rennen in der Reitgruppe oder mutig in einen See hineinreiten, um zu baden, all diese Bilder und Geschichten von traumhaften Reitausflügen glücklicher Pferd-Reiter-Paare hast bestimmt auch du gerade im Kopf. Wir alle wissen, dass es nicht immer nur strahlendes Glück auf vier Hufen gibt und der eine oder andere Reiter ganz schön ins Schwitzen gerät bei einem Ausritt durch unbekanntes Terrain. Doch wer ein wenig vorsorgt und ein paar Dinge beachtet, kann gute Voraussetzungen dafür schaffen, um begeistert und voller schöner Erinnerungen von einem Ausritt zurückzukehren.
Nahezu jedem von uns ist das Asthma beim Menschen bekannt. Aber auch unter unseren Pferden nehmen chronische Atemwegserkrankungen immer mehr zu. Über die vergangenen Jahre wurden verschiedene Bezeichnungen für einen ähnlichen Krankheitskomplex etabliert. Im englischsprachigen Raum wurde lange Zeit der Überbegriff „Chronic Obstructive Pulmonary Disease“ (=COPD) geprägt, da man davon ausging, dass die Veränderungen nicht nur die Bronchien, sondern die gesamte Lunge betreffen. Im Deutschen sprach man meist von einer chronisch obstruktiven Bronchitis (COB). Auch wenn diese Begriffe heute noch oft verwendet werden, wird in der Tiermedizin bei Pferden nur noch zwischen der „RAO: Recurrent Airway Obstruction“ (=wiederkehrende Atemwegserkrankung) und der „IAO: Inflammatory Airway Disease“ (=entzündliche Atemwegserkrankung) unterschieden. Zentraler Bestandteil aller Begriffe ist immer die Obstruktion oder Verengung der kleinen Bronchien, die zu Atembeschwerden und Husten führt. Der Vorläufer dieser chronischen Erkrankungen ist meist eine akute Bronchitis.
Ein Fohlen bei sich aufzunehmen und damit den ganz langen Weg zum Glück auf dem Rücken eines Pferdes zu wählen, ist ein richtiges Abenteuer! Es ist die Chance, eine Verbindung zu knüpfen, die über Jahre hinweg reifen kann und ein Fohlen zum Pferd heranwachsen zu sehen. Doch dafür ist auch Engagement von dir gefragt.
Als Sommerekzem wird eine wiederkehrende allergische Hauterkrankung bei Pferden bezeichnet, die sich durch hochgradigen Juckreiz und haarlose, offene Hautstellen äußert. Die Erkrankung kann bei Pferden aller Rassen auftreten, wobei Isländer, Norweger, Shetlandponys und Haflinger deutlich häufiger und Warmblüter eher selten betroffen sind.
Das Hornhautgeschwür, auch als Hornhautulcus bezeichnet, gehört zu den häufigsten Erkrankungen am Auge des Pferdes. Es handelt sich dabei nicht um eine Wucherung, sondern um einen Gewebedefekt, der chronisch nicht abheilt und unterschiedliche Ausmaße annehmen kann. Die Therapie eines Hornhautgeschwürs erweist sich als zum Teil sehr frustrierend und nicht oder falsch behandelte Hornhautgeschwüre können zu schwerwiegenden Sehstörungen bis hin zum Verlust des Auges führen.
Impfungen beim Pferd dienen der Gesundheitsvorsorge und schützen vor möglichen Krankheiten und ihrer Ausbreitung. Je nachdem was du mit deinem Pferd machen möchtest, sind verschiedene Impfungen sinnvoll und für Turnierpferde sogar vorgeschrieben. Alle Impfungen werden von deiner Tierarztpraxis im Equidenpass korrekt dokumentiert.
FLUTD – Was steckt hinter diesen fünf Buchstaben? Die Abkürzung stammt aus dem Englischen und heißt wörtlich „Feline Lower Urinary Tract Disease“. Hierunter fallen alle Erkrankungen der ableitenden Harnwege bei der Katze, die Schwierigkeiten und Schmerzen beim Harnabsatz verursachen. In der Regel sind fast ausschließlich reine Wohnungskatzen betroffen. Freigänger-Katzen erkranken fast nie. Kater erkranken zudem häufiger als Katzen.
Es ist schon etwas Besonderes, wenn die eigene Hündin Junge bekommt – und für uns als Hundehaltende wahrscheinlich fast genauso aufregend wie für das Tier selbst. Wichtig ist, dass du als Begleitender der werdenden Hundemama immer schön die Ruhe bewahrst – und die Notfall-Nummer deiner Tierarztpraxis griffbereit hast.
Die Beweggründe aus einer Stute, die bisher Reitpferd war, eine Zuchtstute zu machen, können vielerlei sein. Auf dem Weg zum ersten Fohlen gibt es ein paar Parameter, die bedacht werden sollten.
Die kuschelweichen Chinchillas sind flinke Kletterer und Springer. Es macht großen Spaß, sie zu beobachten. Und mit etwas Geduld werden sie sogar handzahm!
Der vom Wolf abstammende Hund hat ein Gebiss, das zum Jagen, Töten und Zerkleinern von Nahrung gemacht ist. Die Nahrungssuche hat sich indes für unseren vierbeinigen Freund verändert: Heute wird eine Dose geöffnet oder sogar für unsere geliebten Fellnasen gekocht. Durch die Züchtung verschiedener Rassen hat sich auch die Länge der Hundenase und der Zahnabstand verändert. All das kann leider dazu führen, dass das ein oder andere Zahnproblem auftritt.
Stumpfes Fell, haarlose, entzündete Hautareale und ein oft sehr ausgeprägter Juckreiz charakterisieren diese parasitäre Hauterkrankung, die weltweit vorkommt und Hunde jeden Alters betreffen kann. Auslöser ist eine auch auf dem gesunden Hund zu findende Milbe, die Haarbalgmilbe Demodex. Warum sie sich in bestimmten Fällen überdurchschnittlich stark vermehrt und zu den Hautveränderungen führt, ist nach wie vor nicht vollständig aufgeklärt. Die Erkrankung wird als nicht ansteckend betrachtet.