Inflammatory Bowel Disease – was steckt hinter diesem langen Namen?

Diese chronisch entzündliche Darmerkrankung tritt bei Hunden und Katzen auf, wobei für bestimmte Hunderassen wie dem Boxer und Deutschen Schäferhund eine genetische Veranlagung vermutet wird. Inflammatory Bowel Disease (IBD) wird durch eine überschießende Reaktion des Immunsystems ausgelöst, kann sowohl Dünn- wie Dickdarm betreffen und ist nicht heilbar.

INHALT
Ursachen und Entstehung Symptome Diagnose Behandlung Prognose
Ursachen und Entstehung

Auch wenn eine erbliche Veranlagung für bestimmte Rassen vermutet wird, konnte ein wirklicher Gendefekt, der die Erkrankung begünstigt, bisher nicht nachgewiesen werden. Die genauen Ursachen der IBD sind daher nach wie vor nicht bekannt. Die Vermutung liegt nahe, dass es sich um eine durch verschiedene Faktoren auslösbare autoimmune Reaktion der Darmschleimhaut handelt.

Betroffen sind meist Dünn- und Dickdarm, in seltenen Fällen beschränkt sich die Entzündung nur auf einen Darmabschnitt. Die immer wiederkehrenden Entzündungen im Darm führen zu einer übermäßigen Ansammlung von Zellen der Immunabwehr in der Darmschleimhaut. Die Darmwand verdickt sich und schränkt den Darm in seiner Beweglichkeit und Nährstoffaufnahme erheblich ein.

Schema Bauchorgane Hund
1 Maulhöhle | 2 Speiseröhre | 3 Leber | 4 Magen | 5 Bauchspeicheldrüse | 6 Dünndarm | 7 Dickdarm
Symptome

Die Folgen der verminderten Funktionsfähigkeit des Darmes sind chronisch wiederkehrende, wässrige Durchfälle, starke Blähungen und Erbrechen. Ist der Dünndarm mit betroffen, kommt es häufig auch zu starker Abmagerung, da die in diesem Darmabschnitt stattfindende Nährstoff- und Energieaufnahme gestört ist. Die Krankheit verläuft in Schüben, zwischen denen das betroffene Tier wieder gesund erscheinen kann. In Abhängigkeit vom Schweregrad der Erkrankung kann es im weiteren Verlauf zu Austrocknung, Blutarmut, Eiweißverlust und Bauchwassersucht kommen.

Diagnose

Da die Symptome zumindest zu Beginn der Erkrankung recht unspezifisch sind, ist dein genauer Vorbericht für deine/n Tierärzt:in essentiell. Nur so kann eine genaue Einschätzung des Schweregrads und der Dauer der Erkrankung getroffen werden. Nun müssen alle anderen Durchfallursachen ausgeschlossen werden, um indirekt zur Diagnose IBD zu gelangen. Dies können unter anderem Parasiten, Bauchspeicheldrüsenerkrankungen, Tumore oder auch Futtermittelallergien sein.

Je nach Vorbericht und Befunden führt dein/e Tierärzt:in weiterführende Blut-, Ultraschall- und Röntgenuntersuchungen durch. Sicher bestätigt werden kann der Verdacht aber letztendlich nur über eine Darmspiegelung und nachfolgender mikroskopischer Untersuchung einer Gewebeprobe der Darmschleimhaut.

Behandlung

Nach wie vor besteht mangels Kenntnis der genauen Ursachen der IBD keine Möglichkeit, die Erkrankung zu heilen. Die Behandlung der IBD zielt daher ausschließlich darauf ab, die Symptome abzumildern. Für dich als Tierbesitzer:in ist es wichtig zu wissen, dass es sich immer um eine lebenslange Therapie deines Tieres handelt. Eingesetzt werden Entzündungshemmer und in schweren Fällen auch Präparate, die die Überreaktion des Immunsystems unterdrücken. Dein/e Tierärzt:in erstellt dir im Einzelfall einen genauen Therapieplan und kann dir die Medikationen für dein Tier digital an petsXL übermitteln. So findest du alle anstehenden Medikamentengaben in deiner Timeline und kannst dir selbst dazu Erinnerungen einstellen.

Weiterhin müssen Spezialfuttermittel gefüttert werden, die den überempfindlichen Magen-Darm-Trakt des Tieres nicht unnötig belasten.

Prognose

Regelmäßige Kontrolluntersuchungen und ein von tierärztlich genau abgestimmter Behandlungs- und Ernährungsplan erfordern von dir viel Geduld, Zeit und Konsequenz, aber erlauben betroffenen Tieren damit ein weitgehend normales Leben. Es muss jedoch immer damit gerechnet werden, dass es zu Rückfällen, sogenannten akuten Schüben der Erkrankung kommt.