Unter einer Pyometra versteht man eine eitrige Entzündung der Gebärmutter. Diese tritt in den meisten Fällen circa zwei bis zehn Wochen nach der letzten Läufigkeit auf. Sie ist die häufigste Erkrankung der Geschlechtsorgane bei Hündinnnen. Es erkranken 25 Prozent aller unkastrierten Hündinnen innerhalb ihrer ersten zehn Lebensjahre an einer Pyometra. Hündinnen, die noch nicht trächtig waren und Hündinnen ab einem Alter von vier Jahren haben ein höheres Risiko an einer Pyometra zu erkranken.
Auslöser der Erkrankung sind Infektionserreger, die aufgrund der besonderen hormonellen und anatomischen Gegebenheiten des Zyklus der Hündin leichtes Spiel haben. Zum Ende der Läufigkeit ist die Abwehrfähigkeit der Gebärmutterschleimhaut durch den hormonellen Einfluss herabgesetzt. Zu diesem Zeitpunkt sind Muttermund und Gebärmutterhals noch so weit geöffnet, dass Keime ins Innere der Gebärmutter aufsteigen und dort eine Infektion hervorrufen können. Kurz darauf schließt sich der Muttermund, sich bildende Eiteransammlungen können nicht mehr abfließen und sammeln sich in der Gebärmutter an. Man spricht in diesem Fall von einer geschlossenen Pyometra.
Auch die Anwendung von Medikamenten zur Läufigkeitsunterdrückung kann, durch den Eingriff in den Hormonhaushalt, ein Auslöser einer aufsteigenden Infektion und damit einer Pyometra sein. Verbleiben nach der Kastration einer Hündin Reste der Eierstöcke im Körper kann sich als Komplikation eine sogenannte Stumpfpyometra, die eitrige Entzündung des in der Hündin verbliebenen Gebärmutterstumpfes, entwickeln.
Je nach Form der Erkrankung zeigen sich unterschiedliche Symptome. Bei noch geschlossener Pyometra sind die ersten Krankheitsanzeichen meist vermehrter Durst und erhöhter Harnabsatz. Hinzukommen kommen Apathie, Fressunlust, Bauchschmerzen und Fieber. Unbehandelt kann es dabei durch die von den Bakterien gebildeten Giftstoffe zu einer lebensbedrohlichen Blutvergiftung kommen. Eine Gebärmuttervereiterung stellt immer einen Notfall dar. Bei dem kleinsten Verdacht solltest du daher immer umgehend deine/n Tierärzt:in aufsuchen.
Im Fall der offenen Pyometra fließt die eitrige Flüssigkeit aus der Gebärmutter über den Muttermund nach außen ab. Diese Hündinnen werden oft wegen eines kakaofarbenden, übelriechenden Ausflusses, ständigem Belecken und geschwollener äußerer Geschlechtsorgane in der Tierarztpraxis vorgestellt. Nicht selten zeigen diese Hündinnen gleichzeitig Erbrechen und Durchfall.
Für deine/n Tierärz:tin sind die klinischen Symptome der Erkrankung und dein Vorbericht mit einem engen zeitlichen Zusammenhang zur Läufigkeit meist schon sehr eindeutig. Zur Absicherung der Diagnose sollten jedoch immer auch Röntgen- oder Ultraschalluntersuchungen angeschlossen werden. Die Ultraschalluntersuchung ist in vielen Tierarztpraxen die bevorzugte Methode. Die Untersuchung ist schmerzfrei, einfach durchzuführen und stellt die vergrößerten, flüssigkeitsgefüllten Gebärmutterschlingen sehr gut dar.
Weiterhin gibt die Blutuntersuchung nicht nur im Hinblick auf einen eventuellen chirurgischen Eingriff, sondern auch in Anbetracht einer möglichen, lebensbedrohlichen Septikämie (=Blutvergiftung, siehe entsprechender Artikel) sehr sinnvoll. Sie gibt Auskunft über das Ausmaß der Entzündung, eventuelle Organschäden und den Kreislaufzustand deiner Hündin.
Eine Gebärmuttervereiterung gilt immer als absoluter Notfall. Solltest du also feststellen, dass deine Hündin einige Wochen nach der Läufigkeit matt erscheint oder vermehrt säuft, zögere nicht, sondern stelle sie umgehend bei deinem/deiner Tierärzt:in vor. Je schneller gehandelt wird, umso früher kann die Erkrankung erkannt und mögliche Komplikationen verhindert werden.
Bei einer akuten geschlossenen Pyometra besteht immer das Risiko, dass die stark gefüllte und entzündete Gebärmutter reißt und sich die eitrige Flüssigkeit in die Bauchhöhle entleert und den gesamten Bauchraum infiziert. In vielen Fällen ist daher eine sofortige Notkastration, das heißt die chirurgische Entfernung der gesamten Gebärmutter und der Eierstöcke, die einzige Behandlungsmöglichkeit, um das Leben der Hündin zu retten. Vorteilhaft ist dabei, dass die Ursache der Erkrankung vollständig entfernt wird und die Gefahr einer erneuten Pyometra nach der nächsten Läufigkeit ausgeschlossen wird. Nachteile einer Kastration sind die Neigung zur Inkontinenz, Übergewicht und Fellveränderungen. Für Züchter:innen ist natürlich auch der Verlust der Hündin für die Zucht ein großer Nachteil.
In weniger akuten Fällen kann eine Gebärmuttervereiterung auch konservativ behandelt werden. Allerdings nur, wenn keine Hinweise auf eine Sepsis oder eine Gebärmutterzerreißung bestehen. Spezielle, verabreichte Hormone führen zu einer Öffnung des Muttermundes und damit zur Entleerung der Gebärmutter. Kombiniert wird diese Therapie immer mit der Gabe eines keimabtötenden Antibiotikums. Nachteil hierbei ist, dass die Hormone nur zu einem bestimmten Zeitpunkt im Zyklus eingesetzt werden können und bei gleichzeitig bestehenden Eierstockzysten nicht wirken. Die alleinige Gabe von Antibiotika führt erfahrungsgemäß selten zu einer Heilung.
Wird eine akute Pyometra rechtzeitig erkannt und erfolgreich operiert, bestehen gute Chancen auf eine schnelle Genesung deiner Hündin. Nur in seltenen Fällen kann es auch nach der Operation noch zu Komplikationen wie Organversagen oder Blutvergiftungen kommen.
Bei 25 Prozent aller konservativ behandelten Hündinnen entsteht erneut eine Pyometra.
Die einzig sichere Vorbeugung einer Pyometra ist die Kastration deiner Hündin. Ob eine gesunde Hündin jedoch kastriert werden sollte, ist immer individuell abzuwägen und mit deinem/deiner Tierärzt:in zu besprechen.
Die Keratokonjunktivitis sicca wird auch als trockenes Auge bezeichnet und beschreibt eine Horn- und Bindehautentzündung, die durch zu geringe oder ganz fehlende Tränenflüssigkeit entsteht. Im schlimmsten Fall kann sie zur Erblindung führen.
Wenn dein Pferd plötzlich aussieht, als wäre es durch hunderte von Brennnesseln gelaufen oder von einem Schwarm Mücken gestochen worden, könnte es sich um eine Nesselsucht, auch Nesselfieber genannt, handeln. Ausgelöst durch bestimmte Reize kommt es zu dieser überschießenden Reaktion des Immunsystems, bei der sich hunderte kleiner, runder, erhabener Schwellungen, sogenannter Quaddeln auf der Haut des Pferdes bilden. In den meisten Fällen verschwindet dieser Ausschlag schnell wieder, sobald die Ursache therapiert wurde.
Bleiben Futterbestandteile oder Fremdkörper in der Speiseröhre des Pferdes stecken, verkrampft sich die umliegende Muskulatur und es entsteht eine Schlundverstopfung. Aufgrund der Gefahr einer Lungenentzündung durch Einatmung von Futterresten (= Aspirationspneumonie) ist eine Schlundverstopfung immer ein lebensbedrohlicher Notfall, der sofortige tierärztliche Behandlung erfordert.
Diese sehr selten auftretende Erkrankung des Pferdes ist trotz des etwas irreführenden Namens (Hämatom = Bluterguss) kein einfacher Bluterguss, sondern ein vom Siebbein oder den Nasennebenhöhlen ausgehender langsam wachsender Tumor, der starke Blutungen auslösen kann. Das Siebbeinhämatom kann bei Pferden jeden Alters vorkommen, am häufigsten betroffen sind Pferde zwischen 8 und 15 Jahren.
Das Wobbler-Syndrom beschreibt einen Komplex von Symptomen, die durch Nervenschädigungen im Bereich der Halswirbelsäule entstehen. Der oft typische ataktische (=ungleichmäßige) Gang der betroffenen Hunde gab der Erkrankung ihren Namen, denn das englische Wort „to wobble“ bedeutet wackeln oder schwanken. Die Erkrankung tritt besonders oft beim Dobermann und der Deutschen Dogge auf, aber auch andere Hunde großer Rassen können betroffen sein. Männliche Hunde erkranken doppelt so häufig wie weibliche.
Die Beschälseuche oder Dourine ist eine weltweit verbreitete, anzeigepflichtige Pferdekrankheit, die durch den Deckakt übertragen wird. Sie ist hochansteckend, verbreitet sich sehr schnell und verläuft nahezu ausschließlich tödlich. Sie kommt hauptsächlich in Asien, Nord- und Südafrika vor. Dank entsprechender Bekämpfungsmaßnahmen gilt die Erkrankung in Australien, Nordamerika und Mitteleuropa inzwischen als erloschen.
Für viele Pferdebesitzer ist das ein trauriger Moment. Die Diagnose “Unreitbar” beendet schlagartig den Traum weitere tolle Momente im Sattel mit deinem Pferd zu erleben. Doch auch wenn das Reiten an sich nicht mehr möglich ist, sollte das Pferd als Freund nicht weniger wert sein. Schließlich gibt es wunderbare Alternativen, um miteinander Zeit zu verbringen.
Für das Fluchttier Pferd ist das Auge ein wichtiges Sinnesorgan, welches jedoch auch sehr empfindlich auf innere und äußere Einflüsse reagieren kann. Bindehautentzündungen gehören zu den häufigsten Veränderungen am Auge des Pferdes. Sie können als eigenständige Erkrankung oder als Folge einer allgemeinen Erkrankung auftreten.
Unter einer Bronchitis versteht man eine Entzündung der Bronchien (=luftleitende Anteile der Lunge). Sie gehört zu den häufigsten Atemwegserkrankungen des Hundes.
Ataxie ist griechisch und bedeutet „Unordnung“. Der Begriff beschreibt eigentlich schon recht gut um was es bei der Ataxie geht. Es handelt sich hierbei um eine Störung des normalen Bewegungsablaufes und der Körperhaltung des Pferdes, die auf Schädigungen des zentralen Nervensystems zurückzuführen ist. Eine Ataxie ist daher auch keine Lahmheit!
Sicher hast du auch schon von davon gehört und wenn du jetzt ein Pferd mit langem, gelocktem Fell, unregelmäßigen Fettpolstern, Schwäche und eventuell sogar noch einer Hufrehe siehst, denkst du sofort: Das ist bestimmt ein Cushing! Ganz so einfach ist es aber nicht, denn Cushing hat ganz unterschiedliche Erscheinungsbilder und die Diagnose sollte nicht vorschnell gestellt werden.
Zweimal im Jahr kann eine Katze Junge bekommen. Leider sind vor allem unkastrierte Streuner- und Freigängerkatzen zu oft trächtig, wodurch zu viele „ungewollte“ Katzen geboren werden. In manchen Gebieten werden aus diesem Grund die heimatlos scheinenden Katzen eingefangen und vom zuständigen Tierheim zum Tierarzt gebracht, der sie kastriert. Wenn die Geburt jedoch beabsichtigt war und in einem geschützten Rahmen verläuft, kann sie etwas sehr Schönes für Mensch und Mutterkatze sein.